Zusammenfassung

Novelle des Betäubungsmittelrechts ändert Bedingungen für Substitution

 

Am 1.7.2001 ist die neue Betäubungsmittel-Verschreibungsordnung (BtMVV) in Kraft getreten, in der auch die Umstände einer Substitutionsbehandlung neu geregelt wurden. Von Dr. med. Constanze Jacobowski, Clearingstelle für Substitution,

Meldepflicht für Substitutionsbehandlung

Ab 1.7.2002 gibt es eine Meldepflicht für jede substitutionsgestützte Behandlung. Der Arzt muss jeden Patienten, dem er Substitutionsmittel verschreibt, unverzüglich dem Bundesinstitut für Arzneimittel (BfArM) in anonymisierter Form melden. Damit sollen in erster Linie Doppelvergaben verhindert werden. Näheres wird vom BfArm rechtzeitig bekannt gegeben.

Suchtmedizinische Qualifikation wird Voraussetzung für die Verschreibung von Substitutionsmitteln

Ebenfalls zum 1.7.2002 tritt die Regelung in Kraft, dass nur noch solche Ärzte Substitutionsmittel verschreiben dürfen, die eine spezifische suchtmedizinische Qualifikation erworben haben. Die Bundesärztekammer hat festgelegt, dass grundsätzlich der Nachweis der Fachkunde, "Suchtmedizinische Grundversorgung" oder eine gleichwertige Qualifikation vorauszusetzen ist. Den Landesärztekammern obliegt es, auf dieser Basis die Kriterien und die Übergangsbestimmungen festzulegen und auf Antrag die Berechtigung zu erteilen.

Die Kammern müssen dann Ärzte mit Substitutionsberechtigung an das BfArM melden. Wer Substitutionsmittel verschreibt, ohne dies zu melden oder ohne die Berechtigung zu haben, muss mit einer Geldstrafe rechnen.

Ausnahme: Bei bis zu drei Patienten darf auch ein Arzt ohne die geforderte Qualifikation in enger Zusammenarbeit mit einem Konsiliarius, der die Substitutionsberechtigung besitzt, Substitutionsgestützte Behandlungen durchführen.

Wie erwirbt man die Fachkunde "Suchtmedizinische Grundversorgung"

- Verfahren, Antragsfristen -

Regel- und Übergangsbestimmungen der Fachkunde "Suchtmedizinische Grundversorgung"

Die Fachkunde "suchtmedizinische Grundversorgung" ist mit Wirkung vom 17. Juni 2000 in der Weiterbildungsordnung verankert.

Die Fachkunde ist folgenden Gebieten zugeordnet: Allgemeinmedizin, Arbeitsmedizin, Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Innere Medizin, Kinderheilkunde und Neurologie.

I. Regelbestimmungen

1.         ärztliche Tätigkeit mit "Patientenbezug" in einem der o.g. Gebiete.

2.         Teilnahme an einem von der Ärztekammer anerkannten interdisziplinären Kurs über Suchtmedizinische Grundversorgung von 50 Stunden Dauer.

II. Übergangsbestimmungen

Nach den Übergangsvorschriften (ä 23 Abs. 4 Weiterbildungsordnung) müssen Antragsteller innerhalb der letzten 4 Jahre, das heißt vor dem 17. Juni 2000, entsprechende Tätigkeiten in ausreichendem Umfang ausgeübt und hierbei die notwendigen Kenntnisse erworben haben.

Aus dem Nachweis einer regelmäßigen Tätigkeit in der Suchtmedizinischen Grundversorgung muss im Rahmen eines überwiegenden Engagements der Erwerb umfassender Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten hervorgehen.

Tätigkeit in der Suchtmedizinischen Grundversorgung

1.         20 Verlaufsdokumentationen (tabellarisch, anonymisiert) von Patienten aus der Suchtmedizinischen Grundversorgung.

2.         Fort- und Weiterbildung

Zeugnisse/Nachweise/Belege

Leitende Ärzte sowie niedergelassene Ärzte sollten die geforderten Belege der praktischen Tätigkeit durch eine Eigenerklärung nachweisen, Ärzte im Angestelltenverhältnis ein entsprechendes Zeugnis vorlegen. Für die Fort-/Weiterbildung werden Teilnamebescheinigungen erbeten.

Antragsteller, die an einem Qualitätszirkel im Bereich Sucht und Drogen teilgenommen haben, der entweder von der KV oder der Ärztekammer anerkannt ist, erhalten auf Antrag die Fachkunde "Suchtmedizinische Grundversorgung" wenn ein zum Curriculum "Suchtmedizinische Grundversorgung" der Ärztekammer München adäquater Nachweis des Qualitätszirkelleiters vorgelegt wird.

Antragsfristen

Anträge nach den Übergangsvorschriften können innerhalb von 2 Jahren, das heißt bis zum 16. Juni 2002, gestellt werden.

Regel- und Übergangsbestimmungen der Fachkunde "Suchtmedizinische Grundversorgung"

Die Fachkunde "suchtmedizinische Grundversorgung" ist mit Wirkung vom 17. Juni 2000 in der Weiterbildungsordnung verankert.

Die Fachkunde ist folgenden Gebieten zugeordnet: Allgemeinmedizin, Arbeitsmedizin, Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Innere Medizin, Kinderheilkunde und Neurologie.

I. Regelbestimmungen

1.         ärztliche Tätigkeit mit "Patientenbezug" in einem der o.g. Gebiete.

2.         Teilnahme an einem von der Ärztekammer anerkannten interdisziplinären Kurs über Suchtmedizinische Grundversorgung von 50 Stunden Dauer.

II.Übergangsbestimmungen

Nach den Übergangsvorschriften (ä 23 Abs. 4 Weiterbildungsordnung) müssen Antragsteller innerhalb der letzten 4 Jahre, das heißt vor dem 17. Juni 2000, entsprechende Tätigkeiten in ausreichendem Umfang ausgeübt und hierbei die notwendigen Kenntnisse erworben haben.

Aus dem Nachweis einer regelmäßigen Tätigkeit in der Suchtmedizinischen Grundversorgung muss im Rahmen eines überwiegenden Engagements der Erwerb umfassender Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten hervorgehen.

Tätigkeit in der Suchtmedizinischen Grundversorgung

1.         20 Verlaufsdokumentationen (tabellarisch, anonymisiert) von Patienten aus der Suchtmedizinischen Grundversorgung.

2.         Fort- und Weiterbildung

Zeugnisse/Nachweise/Belege

Leitende Ärzte sowie niedergelassene Ärzte sollten die geforderten Belege der praktischen Tätigkeit durch eine Eigenerklärung nachweisen, Ärzte im Angestelltenverhältnis ein entsprechendes Zeugnis vorlegen. Für die Fort-/Weiterbildung werden Teilnamebescheinigungen erbeten.

Antragsteller, die an einem Qualitätszirkel im Bereich Sucht und Drogen teilgenommen haben, der entweder von der KV oder der Ärztekammer anerkannt ist, erhalten auf Antrag die Fachkunde "Suchtmedizinische Grundversorgung" wenn ein zum Curriculum "Suchtmedizinische Grundversorgung" der Ärztekammer München adäquater Nachweis des Qualitätszirkelleiters vorgelegt wird.

Antragsfristen

Anträge nach den Übergangsvorschriften können innerhalb von 2 Jahren, das heißt bis zum 16. Juni 2002, gestellt werden.

Anträge auf Erteilung der Fachkunde sind an den Weiterbildungsausschuss VI der Ärztekammer München zu richten. Absoluter Antragsschluss ist der 16.6.2002. Wir möchten Sie aber dringend bitten, Ihre Anträge spätestens bis zum 31.1.2002 zu stellen, damit der Weiterbildungsausschuss ausreichend Zeit hat, die Anträge rechtzeitig bis zum 1.7.2002 zu bearbeiten.

Wenn Sie keine der aufgeführten Gebietsbezeichnungen (Facharzt) haben, kann der Weiterbildungsausschuss Ihnen bei Vorliegen der übrigen Voraussetzungen gegebenenfalls dennoch bestätigen, dass Sie die notwendige Sachkunde und Erfahrung haben, um substitutionsgestützte Behandlungen durchführen zu dürfen.

Wenn Sie Psychiater, Nervenarzt, Kinder- oder Jugendpsychiater oder Arzt für psychotherapeutische Medizin sind, sollten die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten Teil Ihrer Weiterbildung bzw. Ihrer Berufserfahrung gewesen sein. Wenn Sie substitutionsgestützte Behandlungen durchführen wollen, müssen Sie dies bitte trotzdem beim Weiterbildungsausschuss VI beantragen. Diejenigen Kollegen, die bisher keine Erfahrung in der ambulanten Behandlung Drogenabhängiger haben, sollen zumindest den Teil B der Weiterbildung "Suchtmedizinische Grundversorgung" absolvieren, in dem auch die formalen und organisatorischen Aspekte der Methadon-Substitution behandelt werden.

Richtlinien zur Behandlung opiatabhängiger Patienten

In der novellierten BtMVV wird an mehreren Stellen darauf hingewiesen, dass der "allgemein anerkannte Stand der medizinischen Wissenschaft" einzuhalten ist. Der Ausschuss "Sucht und Drogen" der Bundesärztekammer ist dabei, "Richtlinien zur Durchführung der substitutionsgestützten Behandlung Opiatabhängiger" zu erstellen, die diesen Stand beschreiben. Die Richtlinien werden voraussichtlich Anfang nächsten Jahres - nach Abstimmung mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung - veröffentlicht.

Methadon-Mitgabe bei Auslandsaufenthalten

Für diesen Fall darf der Arzt einem Patienten auch eine größere Menge als die sonst geltende Maximaldosis (7 Tage) verschreiben (BtMVV ä 5 Abs. 8). Allerdings nur dann, wenn die üblichen Take-home-Voraussetzungen vorliegen (stabile Dosiseinstellung, kein gefährdender Beikonsum, kein Injizieren von Drogen). Die maximal erlaubte Verschreibung zur "eigenverantwortlichen Einnahme" darf in einem Jahr die bis zu 30 Tage benötigte Menge nicht überschreiten. (Achtung: für die Verschreibung so großer Mengen gilt eine besondere Sorgfaltspflicht!)

Der Patient muss während der Reise eine Bescheinigung seines Arztes mit sich führen, dass er das Medikament aus gesundheitlichen Gründen braucht. über Einzelheiten je nach Land/Region informiert die Clearingstelle für Substitution der Ärztekammer München, Tel. 089-....-....

Im Falle einer Verschreibung für mehr als 7 Tage muss der Arzt dies unverzüglich der zuständigen Landesbehörde anzeigen: Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit, Fachgruppe Pharmaziewesen, Strasse, 8.....München, Tel. ....-.....

 

 


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